Topaz Labs ist bekannt für seine verschiedenen KI-Tools zum Upscaling und nachträglichen Verbessern von alten Bildern und Videos. Nun wurde ein ganz neues Tool namens Project Starlight vorgestellt, welches wesentlich bessere Ergebnisse produzieren soll. Nach Angaben von Topaz Labs ist Project Starlight das erste (und aktuell einzige) KI-Modell, welches ein Diffusionsmodell für die Verbesserung von Videos nutzt, also die gleiche Methode, auf der auch die meisten generativen Video-KIs basieren. Topaz bietet das neue Modell momentan im Rahmen eines Forschungs-Previews kostenlos an.

Was kann Project Starlight?
Project Starlight liefert eine Vielzahl von sonst getrennten Funktionalitäten, um Videos vollautomatisch zu verbessern: es entrauscht, skaliert hoch (Upscaling), schärft nach, verbessert diverse klassische Bildfehler von analogem Filmmaterial und kann auch noch Aliasing-Fehler (wie etwa Treppenstufen-Artefakte) beseitigen – ohne, dass dazu manuelle Einstellungen notwendig sind.

Topaz Labs demonstriert die beeindruckenden Fähigkeiten des neuen Modells anhand alter historischer Aufnahmen wie etwa der Gebrüder Wright, Albert Einstein oder John F. Kennedy, die nicht nur sehr verrauscht sind und eine sehr geringe Auflösung besitzen, sondern auch diverse Bildfehler aufweisen. Für Heimanwender bietet sich so ein Modell an, um zum Beispiel alte Super-8- oder VHS-Aufnahmen ansehnlicher zu machen; professionelle User wie zum Beispiel Dokumentarfilmemacher könnten Starlight nutzen, um alte Archivfootage zu verbessern.
Project Starlight: the first diffusion-based video enhancement model, a major breakthrough! Hear from our team on how we built it, and why it’s changing the game
Try it for free https://t.co/2WIcdnL9Wc pic.twitter.com/YcZJT7SMsi
— Topaz Labs (@topazlabs) February 24, 2025
Allerdings ist bei einer solchen nachträglichen Verbesserung – vor allem im Bezug auf das Hochskalieren, welches mehr Bilddetails erschafft – per generativer KI zu bedenken, dass die neuen Bilder nicht der (damaligen) Wirklichkeit entsprechen, sondern quasi erraten sind; zusätzliche Bilddetails werden von der KI ergänzt, die am „wahrscheinlichsten“ sind. Das Resultat kann durchaus auch künstlich wirken, etwa wie ein hyperrealistisches Gemälde.

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Rechenpower per Cloud
Aufgrund der für das Modell notwendigen, extrem hohen GPU-Rechenleistung läuft es – anders als die bisherigen Topaz Tools wie Video AI, Photo AI oder Gigapixel – nur in der Cloud und nicht auf einem Home-PC. Das hat den Vorteil, dass man seine Videos unabhängig von der eigenen Systemleistung bearbeiten kann und das Modell kontinuierlich von Topaz Labs verbessert werden kann, ohne ein Softwareupdate installieren zu müssen. Der Nachteil besteht natürlich in den höheren Kosten – Topaz hat zwar noch keinen Preis bekanntgegeben, aber hohe GPU-Rechenleistung in der Cloud bedeutet natürlich auch automatisch eine Verteuerung.
Damit umgeht Topaz Labs das Problem, ein per se großes Diffusions-Videomodell auf einem Home-PC laufen lassen zu müssen und kann so eine viel höhere Rechenleistung (und auch mehr GPU-Speicher) für das Modell verwenden – aktuell läuft das Modell auf einer NVIDIA H100. Aber natürlich wird am Ende der Preis entscheiden, für welche Aufgaben Starlight eingesetzt werden wird.

Kostenlos Ausprobieren
Man kann Project Starlight aktuell kostenlos ausprobieren – entweder über die Weboberfläche oder via Topaz Video AI. Bis zu 3 Clips mit maximal 300 Einzelbildern können pro Woche bearbeitet werden – bis das Ergebnis da ist, kann es aber bis zu 20 Minuten dauern, was schon darauf hinweist, dass die Leistungsanforderungen sehr hoch sind. Aber Achtung: da es sich um eine Forschungs-Preview des neuen Modells handelt, kann das durch User hochgeladene Videomaterial zur Verbesserung und zum Training desselben genutzt werden.
Nachdem das Modell gezeigt hat, zu was es fähig ist, will Topaz Labs die extrem hohen GPU-Anforderungen optimieren, um zu sehen, wie klein das Modell werden kann, ohne an Qualität einzubüßen. Wenn es verkleinert werden kann, wäre es auch möglich, es auf anderen Plattformen laufen zu lassen und so seinen Betrieb billiger zu machen. Zum Vergleich: Topaz Labs Video AI 6, welches eine ähnliche Funktionalität – allerdings in geringerer Qualität – bietet und lokal läuft, kostet aktuell rund 300 Dollar.

Dieses Beispiel zeigt auch die erfolgreiche Kombination zweier KI-Tools: ein Foto von Einstein wird mittels ByteDances OmniHuman, das aus einem einzigen Foto eines Menschen realistische Videos erstellen kann, lebensecht animiert und dann per Starlight verbessert.